L-Carnitin – das „Taxi“ für deine Fettreserven aus dem Körper

Heute wollen wir uns mal mit dem so oft und heiß diskutierten Thema L-Carnitin auseinandersetzen.

23.07.2015

Keine Nahrungsergänzung (außer vielleicht Creatin) hat jemals für so viel Diskussionen, Studien und Schlagzeilen gesorgt, wie L-Carnitin. Einige sprechen sogar von einem Wundermittel. Doch ist es das wirklich? Oder verbirgt sich dahinter wohl doch auch etwas mehr, wie z.B. Fleiß und Ehrgeiz?!

Mein Ziel ist es, Dir mit diesem Artikel aufzuzeigen, dass es für Dich ein sehr wirkungsvolles und durchaus brauchbares Mittel sein kann, um schneller und effizienter an Dein Ziel zu kommen, ganz gleich, wie dieses auch aussehen mag. Deswegen gehen wir es mal ganz simpel an.

Was genau ist L-Carnitin eigentlich?

Nun, wenn wir von L-Carnitin sprechen, dann meinen wir im Grunde genommen damit eine natürlich vorkommende chemische Verbindung im Körper, bestehend aus den beiden Aminosäuren Methionin und Lysin. Wichtig für deren Herstellung (Synthese) sind die Cofaktoren Vitamin C, Eisen, Vitamin B6 und Niacin!

Es kann ausschließlich von der Leber, den Nieren und dem Gehirn hergestellt werden, während analog dazu der größte Zeil über die tägliche Nahrung aufgenommen wird. Teilweise ist es proteingebunden und in den roten Blutkörperchen, den sogenannten Erythrozyten zu finden. Ca. 95% der gesamten Menge befindet sich in der Skelettmuskulatur.

Wichtige Lebensmittel, in denen L-Carnitin vorkommt sind z.B.

  • Rindfleisch 56-137mg
  • Schweinefleisch 22-33mg
  • Hühnerfleisch 2,5-33mg
  • Vollmilch 3,3mg
  • Butter 0,5mg
  • Vollkornbrot (Weizen) 0,362mg
  • Weißbrot 0,146mg
  • Hühnerei 0,01mg
  • Reis, gekocht 0,014mg
  • Kartoffeln 0,013mg
  • Erbsen, gekocht 0,006mg
  • grüne Bohnen, gekocht 0,003mg
  • Broccoli, frisch 0,003mg
  • Birnen 0,002mg
  • Orangensaft 0,002mg
  • in mg auf 100g (Liste nach Broquist 1994)

Bedenke allerdings unbedingt folgendes: L-Carnitin ist wasserlöslich! Somit treten beim Kochen der o.g. Lebensmittel teilweise enorm hohe Verluste auf!

Der Bedarf an Carnitin liegt in der Regel bei 0,23-0,25mg je Kilogramm Körpergewicht. Mit der Nahrung werden etwa. 30-35mg pro Tag zugeführt. Vegetarier oder Veganer nehmen oft nur bis 2mg pro Tag auf. Die körpereigenene Synthese beläuft sich auf ca. 15-17mg pro Tag.

Die Besonderheit von Carnitin ist, dass es sich beim Fettsäuretransport nicht verbraucht und demnach eine noch höhere Zufuhr an Carnitin keinen höheren Fettverbrauch bedeutet!

Die Wirkung von L-Carnitin im Körper?

Die Wirkung des L-Carnitin lässt sich sinnbildich am besten erklären, indem man es auf Grundschulniveau herunterbricht. Stellen wir uns mal folgendes vor: Viele Personen, einige Taxen und mehrere Hotels.

Die Gäste sind die „freien Fettsäuren“

Das L-Carnitin sind die „Taxen“

Die Mitochondrien bzw. die sog. Kraftwerke des Körpers sind die „Hotels“.

Um möglichst viele Gäste zu Verfügung zu haben, sprich freie Fettsäuren, müssen wir dem Körper das Signal geben, eben genau diese zur Energiebereitstellung zu nutzen. Dies geschieht am besten und effektivsten über eine kohlenhydratreduzierte Ernährungsform (z.B. Low Carb, No Carb, Paleo, etc.). Denn genau dann ist der Organismus logischerweise gezwungen Fettsäuren freizusetzen, um diese als Energie nutzen zu können. Je mehr Fettsäuren man demnach bereitstellt, um so mehr Taxen werden auch folge dessen benötigt, um die „Gäste“ zu den „Hotels“ zu bringen.

Bei Mangelerscheinungen von „Taxen“ kommt es somit also zu einem verminderten Transport der „Gäste“, also Fettsäuren in die „Hotels“ bzw. Mitochondrien.

L-Carnitin eignet sich also hervorragend im Bereich einer optimierten Körperfettreduktion.

Welche weiteren Vorteile bringen mir L-Carnitin?

  • L-Carnitin ist elementar an der Verstoffwechselung und Energiebereitstellung von Fetten beteiligt.
  • Es fördert positiv das Immunsystem und hilft somit, Stress jeglicher Art (körperlicher und psychisch) zu bewältigen.
  • Es fördert die Regenerationsfähigkeit des Körpers nach Trainingsreizen und hilft somit auch gleichzeitig den Kraft- und indirekt auch Muskelzuwachs zu steigern.
  • Es erhöht die mentale Leistungsfähigkeit und fördert die Konzentration.
  • Bei Antriebslosigkeit kann es helfen, die Motivation zu steigern.
  • Auch bei der Spermienproduktion hat es einen positiven Effekt auf die Bildung und die Qualität.

Eine höhere Fettverbrennung durch L-Carnitin?

Der menschliche Körper ist ein sehr intelligentes und gleichzeitig auch kompliziertes System. Genau wie Wasser sucht sich der Körper immer den Weg des geringsten Widerstandes. Somit wird ganz einfach die am einfachsten und schnellsten verfügbare Energie herangezogen.

In der Regel sind das Kohlenhydrate. Allerdings können es auch die anderen beiden Makronährstoffe Fett und Eiweiß sein. Da das Muskeleiweiß dir bekanntlich deine Muskulatur und somit deinen Grundumsatz sichert, sollte diese Quelle idealerweise verschont bleiben. Nun kommt die geniale Wirkung von L-Carnitin ins Spiel! Es trägt dazu bei, in einer harten, kalorienreduzierten Diät, die katabolen (abbauenden) Prozesse zu verringern und hindert deinen Körper daran, deine hart erarbeitete Muskulatur als Energie heranzuziehen.

Denn Sinn und Zweck von L-Carnitin ist es, freie Fettsäuren zur Energiegewinnung zur Verfügung zu stellen. In unzählbaren Studien wurde bewiesen, dass die Probanden, die L-Carnitin nutzten, einen gesteigerten Fettverlust verzeichnen konnten.

Bei Mangelerscheinungen kommt es zu einem verminderten Transport langkettiger Fettsäuren in die Mitochondrien, sowie zu einer verlangsamten Energiebereitstellung aus Nahrungs- und Körperfett.

Fazit

Ich hoffe, dass ich Dir mit meinem Artikel weiterhelfen konnte. Aufgrund meiner jahrelangen Erfahrung als Athlet und auch Vorbereiter vieler internationaler Größen fasse ich zusammen, dass L-Carnitin und auch der allgemeine Einsatz von Nahrungsergänzungen eine schlechte Ernährungsweise niemals ausgleichen können. Allerdings wirkt sich gerade das L-Carnitin bei einer entsprechend klugen Ernährungsweise sehr positiv auf deine Fettverbrennung und sämtliche weitere körperlichen Mechanismen aus!

Ernährungscoach Michael Blum


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