Was ist deine Motivation?

Die Antwort ist meistens etwas wie „Ich möchte im Sommer eine bessere Figur haben“. Selbstverständlich ist das Äußerliche ein netter Nebeneffekt des täglichen Trainings. Aber ich glaube, dass die meisten von uns eine noch viel tiefgründigere Motivation mit sich bringen.
20.11.2015

Mir liegt das Thema Motivation und Training ganz besonders am Herzen. Für mich bedeutet Training nämlich viel mehr als nur ein verbessertes Aussehen.
Das Training gibt mir eine einzigartige Verbindung zwischen Körper und Geist. Es heißt auch, dass wir durch die verbesserte Kommunikation im Körper, noch viel empfindlicher gegenüber diversen äußerlichen Einwirkungen sind. Kurz gesagt merken wir schneller, dass wir krank werden oder fühlen uns viel energiegeladener, wenn wir gut geschlafen haben. Mit zwei ganz einfachen Beispielen lässt sich das im Alltag verdeutlichen:

1. Nehmen wir an, dass du als effizienter Fitnesssportler den heutigen Tag ausschließlich bei einem Fast Food Restaurant isst. Es wird dir vielleicht schon am Abend auffallen, dass irgendwas anders ist. Mit der Voraussetzung, dass du diese Form von Essen nicht gewohnt bist, wird deine Verdauung sich um 180 Grad wenden. Ein schlechter Magen ist die Folge und im Zusammenhang auch eine deutlich schlechtere Erholung. Der Mangel an Mikronährstoffen wird dir spätestens beim Training am nächsten Tag auffallen. Du hast keine Energie und die Bewegungen sind viel schwerfälliger, als du es gewohnt bist.
Wenn hingegen ein nicht Fitnesssportler sich den Tag mit Fast Food verbaut, wird ihm das im Regelfall nicht die Nebeneffekte bereiten, die wir als Folge mit uns rumtragen. Das hängt natürlich mit der geringeren Auslastung seines Körpers zusammen, aber ziemlich sicher auch mit dem nicht so sensitiven Körpergefühl. Ich denke, dass das einer der Gründe ist, warum Menschen ständig auf Fast Food zurückgreifen, weil sie die Folgen nicht deutlich genug wahrnehmen können.

2. Mein anderes Beispiel ist der Anmarsch von einer Krankheit und wie viel früher wir dies wahrnehmen können. Viele von uns kennen das Problem: der Kopf fühlt sich noch nicht anders an, aber die Kraft im Training ist plötzlich fern von Gut und Böse. Leistungen gehen stark zurück, obwohl wir die Ernährung und Erholung nicht verändert haben. In den Folgetagen stürmt meistens ein ordentlicher Schnupfen oder schlimmeres über unseren Körper. Durch tägliche Leistung und engen Kontakt zwischen Kopf und Körper, bemerken wir Viren/Bakterien meist schon vor deren eigentlichen Einfluss auf unser Immunsystem. Das gibt uns unter anderem die Möglichkeit Vorbereitungen zu treffen, wie zB hohe Mengen an Vitamin C in der Ernährung, um den (nicht bewiesenen) Effekt einer Verstärkung des Immunsystems zu erlangen.


Auch in diesem Szenario unterscheiden wir uns von dem „normalen“ Menschen, die häufig erst eine Krankheit bemerken, wenn es bereits zu spät ist.

Ganz über die Motivation eines besseren Körpergefühls hinaus treibt mich persönlich noch ganz was anderes an, das Training immer wieder zu genießen. Es gibt mir die Möglichkeit abzuschalten und allen Problemen des Alltags zu entkommen. Alle von uns kennen den Stress, die viele Arbeit und Gefühle, welche uns Sorgen bereiten. Sitze ich zu Hause und versuche abzuschalten, gelingt mir das meist gar nicht. Sofort kommen die alten Gedanken zurück und stören die innere Ruhe. Im Training hingegen bin ich sehr beschäftigt, aber das zum Spaß. Der Kopf bekommt Ruhe und ich tue auch noch etwas Gutes für meine Gesundheit. Wut und aggressive Gefühle kann ich an Belastungen herauslassen ohne anderen damit zu schaden. Somit kann ich viele überkochende Gefühle abbauen, bevor deren Last zu groß wird.


Etwas Besonderes in meinem Fall ist die Krankheit Diabetes Typ 1. Sehr früh mit 13 Jahren wurde diese Fehlfunktion durch viel Stress auf Grund familiärer Probleme entdeckt. Mein Leben wendete sich vielen neuen Problemen entgegen. Mit der Überzeugung vom dauerhaften Leid ging ich in die Pubertät und gab wenig Rücksicht auf Gesundheit oder der Behandlung meiner Krankheit. Training und die ersten Erfolge am eigenen Körper änderten meine Ansichten vom Leben sehr deutlich. Das Risiko durch verweigerte Fürsorge dem Diabetes eines Tages nicht mehr aufzuwachen, wurde plötzlich ein NO-GO. Mit der Erfahrung diverser Notaufnahmebesuche beschloss ich den Spaß an Fitness meine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Ich setzte mich mit Themen wie Ernährung vertieft auseinander und kann heute sagen, dass ich den Diabetes sehr gut in den Griff bekomme.


Somit verbinde ich das Fitnessleben mit der Transformation zu einer gesunden Lebenseinstellung.
Einschränkungen meiner Krankheit kann ich mit guten Körpergefühl und erhöhter Fürsorge meines Körpers  durch fitnessorientierter Lebensweise viel geringer halten, als ich es mir damals je hätte vorstellen können.


Ich hoffe, dass ich auch dir eine neue Motivation zeigen konnte, denn in vielen von uns steckt mehr als nur der Gedanke eines definierten Strandkörpers zum Sommer.

Written by Julian Kausch


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