Treppe statt Fahrstuhl!

Wie kann ich ohne den Nachmittag mit Sport zu planen, fit werden? Es scheint den meisten unmöglich, aber mit ein paar kleinen Denkanstößen lässt sich in jedem Alltag schon einiges machen.
15.12.2015

Ein Großteil der Gesellschaft hat einen der sogenannten „Schreibtisch“ Jobs. Als angehender Physiotherapeut und Diabetiker bekomme ich bei dem Gedanken schon ein Grummeln im Magen. 8 Stunden täglich sitzen, seine Skelettmuskulatur entlasten und eine schiefe Körperhaltung gerade im oberen Rücken/Nacken zu „genießen“. Als Diabetiker merkt man zusätzlich, dass der Mangel an körperlicher Aktivität dem Blutzuckerspiegel alles andere als positiv weiter hilft. Der Kreislauf wird langsamer und die Dosis an benötigter Medizin steigt, denn es wird keine Energie leistungsgemäß gebraucht.


Jetzt denkt man „Ich esse auch viel weniger, wenn ich arbeite“. Klingt doch nach einer super Idee, oder?!

Hier kommt meine typische Gegenfrage, ob der Körper zum sitzen gemacht ist? Wozu die Beckenmuskulatur zur Stabilisierung einer aufrechten Körperhaltung, wenn man doch sowieso von einem Stuhl völlig Problemlos in der gewünschten Form gehalten wird. Das ist nur eines vieler anatomischer Beispiele, die deutlich gegen sitzende Aktivität sprechen.

Ein Selbstversuch kann die Bedeutung von Bewegung sehr gut unterstreichen. Nehmt euch einen Nachmittag Zeit und geht 30-60 Minuten spazieren. Kein Laufen, keine schweißtreibende Aktivität, sondern nur eine gemütliche Runde spazieren. Achtet darauf, was mit euch passiert. Ihr werdet glücklicher, emotionsgeladener und fühlt euch lebendig. Diese Reaktion hängt mit dem Hormonhaushalt zusammen, denn mit Bewegung werden Glückshormone freigesetzt. Man sieht es auch an Kindern, die täglich Rumtoben und sich bewegen, hier findet man eher selten Mundwinkel, die in Richtung Fußspitze fallen.

Aber wie soll ich mich wie ein kleines Kind bewegen, wenn ich einen Vollzeitjob zu bewältigen habe?

Ganz einfach, bei jeder Möglichkeit nach zusätzlicher Bewegung suchen. Wer sucht, der findet!

Wann hast Du das letzte Mal den Fahrstuhl ausgelassen und bist die Treppen gegangen? Rufst du deine Kollegen aus der Etage über dir mit dem Telefon an?


Wartest du darauf, dass du alle Dokumente zum Drucken beisammen hast, um nur einmal zu laufen? Steht dein Drucker neben dir auf dem Schreibtisch?

Lüge dich nicht selbst an und lege dir einen Schrittzähler zu, um deine Aktivität genauer zu erfassen. Es gibt diese Funktion sogar als App in vielen Smartphones!


Allein das Bewusstsein dieser „Überwachung“ wird dich veranlassen, mehr Bewegung zu bekommen. Bringe doch deine Zettel persönlich zu deinem Kollegen, anstatt sie per Mail rüber zu schicken. Nicht nur Bewegung, sondern auch persönliche Kommunikationen werden dein Gewinn sein.


Sich mit Kaffee und dem Koffeinstimulans leistungsfähig zu halten ist mittlerweile normal. Aber was kann deinen Kaffeekonsum reduzieren ohne dich mit Müdigkeit zu quälen? Wie schon erwähnt, lauf die Treppen! Oder fahre je nach Möglichkeit mit dem Fahrrad zur Arbeit. Sei ein Vorbild und mache kleine Einkäufe ohne Auto. Gerade am Morgen wird ein wenig Aktivität deinen Kreislauf in Gang setzen.

Wie soll ich mich mehr Bewegen, wenn ich schon am Nachmittag erschöpft ins Sofa falle?

Hast Du dich mal genauer gefragt, warum du so erschöpft bist, wenn du doch muskulär kaum ausgelastet bist? Keine Frage, dass dein Kopf dampft und dein Denkvermögen ausgelastet ist, aber das bedeutet doch nichts für deine Muskeln. Ich finde den Übeltäter oft in entweder der Ernährung oder in zu großer Gemütlichkeit. Wenn wir pausenlos Sitzen, dazu ungesundes fettiges Essen oder kurzkettige Kohlenhydrate als Snack in uns reinstecken, dann ermüden wir entweder durch eine aufwendige Verdauung oder Achterbahnfahrten des Blutzuckerspiegels. Habt im Hinterkopf, dass wir uns in diesem Szenario fast gar nicht Bewegen. Wie soll also die Verdauung angekurbelt werden, wenn die körperliche Aktivität nicht vorhanden ist?


Noch fast schlimmer sind die Süßigkeiten, die unseren Körper kurz antreiben, aber anschließend in ein Loch fallen lassen. Das Ziel unseres Körpers ist ein möglich konstanter Blutzucker, denn viele starke Schwankungen verursachen Stress und somit Belastung. Daher spricht vieles für langkettige Kohlenhydrate, weil diese unseren Zuckergehalt im Blut über lange Zeit langsam ansteigen lassen. Hier hat der Körper genügend Zeit alles mit Insulin stabil auszugleichen. Anders ist es bei den Kurzkettigen. Sowas gibt es nicht in der Natur und daher sind wir für sowas schlecht gerüstet. Der Blutzucker schießt nach oben und wir bekommen Stress, der schnellst möglich mit Insulin auszugleichen ist. Das führt dann zu einem drastischen Fall der Zuckerkonzentration, was letztlich Hunger, Müdigkeit und Antriebslosigkeit verursacht.

Analysiert mal euren Alltag und schaut, wie aktiv ihr wirklich seid. Findet heraus, warum euch Energie fehlt, versucht zu optimieren und genießt ein unbezahlbaren Zuwachs von Lebensqualität!


Written by Julian Kausch

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