Weihnachten ohne schlechtes Gewissen

Fettiges Essen von der Familie macht keine gute Figur. Familienfeste sind doch so gut wie eine sichere Zunahme auf der Waage, aber nicht im positiven Sinne.

22.12.2015

„Ein gutes Essen macht dich nicht zu einem guten Sportler. Ein schlechtes Essen macht dich aber auch nicht zu einem schlechten Sportler.“

Mal angenommen Du hältst dich strikt an deine Ernährung. Jeden Tag werden Kalorien gezählt und die exakten Mengen Kohlenhydrate, Fette und Proteine aufgenommen. Diese Disziplin bringt dir großen Erfolg, denn Ernährung ist das Baumaterial, was unseren Körper später Formen soll.

Als Ausdauersportler fokussierst du dich auf kohlenhydratlastige Kost, als Bodybuilder auf Proteine und als Strongman vielleicht eher auf Fettquellen. Alles hat seinen Sinn und Zweck, denn wie wir immer häufiger Lesen, zeigen Studien die Erfolge von gezieltem Essen bei hoher Leistungsebene. Aber natürlich ist nie etwas 100% gut ohne es Hinterfragen zu können. Was könnte es geben, was gute Ernährung schlecht dastehen lässt?

Ganz einfach, Stress! Stress kommt immer häufiger bei sehr disziplinierten Sportlern vor. Alles MUSS stimmen, egal was kommt. Sind die Haferflocken eines Morgens mal leer, geht die Welt fast unter. Dem Körper wird es kaum so sehr beeinflussen, wenn mal ein paar Tage oder gar eine Woche die Ernährung nicht auf dem Punkt gebracht ist. Vorstellen kann man es sich wie einen großen Brennofen. Wir schmeißen täglich hunderte Kilo Kohle hinein, um einen optimalen Brennprozess zu erlangen. Auf einem Jahr wären das dann um die 36 500 Kilo Kohle. Mal angenommen uns geht die Kohle aus und wir sind gezwungen Holz stattdessen zu benutzen. Ersetzen wir eine ganze Woche Kohle mit Holz würden wir gerade mal 700 Kilo Kohle weniger verbrannt haben. Ist das denn realistisch daraus schlechtere Ergebnisse zu erzielen?
Um solch Kleinigkeiten bemerken zu können, müsste alles rund um die Uhr perfekt ablaufen. Zurück zu unserem Körper heißt, dass Variablen wie Schlaf, Training, Erholung, Wasser usw. jeden Tag exakt gleich und makellos gut erfüllt sein müssen.
Das schafft nicht mal ein Profi, dessen Beruf das Sportleben ist. Warum sich also so versteift auf Ernährung einlassen, dass wir davon sogar Stress bekommen. Stress ist mit das Letzte, was wir gebrauchen können! Stress senkt unseren Testosteronspiegel, unsere Regeneration, unseren Verlust von Körperfett und hat sonst noch viele weitere unschöne Aspekte.

Lange Rede, kurzer Sinn man tut sich nichts Gutes, wenn man das Weihnachtsfest mit Kalorien zählen, Essen abwiegen und sonstigen „Stress“ vermiest. Lasst es euch gut gehen, keiner von uns kann Voraussehen wie oft wir noch mit unseren Verwandten an einem Tisch sitzen. Seid Dankbar dafür, dass alle von euch satt werden können und vergesst für einen Moment die eiserne Disziplin.
Ihr werdet sicherlich ein wenig zugenommen haben, wenn die Feiertage vorbei sind, aber euer Hungergefühl wird mit den überschüssigen Kalorien auch reduziert sein. Wenn man unbedingt sein ursprüngliches Gewicht wieder auf der Waage haben möchte, isst einfach ein bisschen weniger bis alles beim alten ist.

Das gleiche Prinzip passt in meinen Augen auch auf den Aspekt des Trainings. Viele Fitnessstudios haben sogar geschlossen, wenn Heiligabend auf dem Kalender steht. Eine Woche Pause kann sogar Fortschritt bedeuten! Wer regelmäßig trainiert ist immer ermüdet und hat selten den Zustand völliger Regeneration. Um das zu erzielen und neue Kräfte zu erlangen werden trainingsfreie Abschnitte auch in Programmen von Profis eingebaut. Einfaches Beispiel sind Kraftdreikämpfer, die in der letzten Woche vor ihrem Wettkampf entweder auf das Training verzichten oder nur sehr leicht ihren Körper bewegen. Zum Wettkampf sind sie dann voller Energie und ihr ausgeruhter Körper kann neue Maximalleistungen erzielen.

Mit diesem Artikel wünsche ich Euch allen ein schönes Fest und hoffe, dass Ihr es schafft ein wenig abzuschalten. Genießt es!


Written by Julian Kausch


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