Mythenklärung ums Training für Frauen

Um das „Training für Frauen“ ranken sich so einige Mythen und Halbwahrheiten, welchen wir im heutigen Artikel mal genauestens auf den Zahn fühlen, damit gerade die Anfängerinnen unter euch am Ball bleiben!
19.01.2016

Mythos 1 – Vom Krafttraining werde ich zu muskulös und breit!

Das ist so nicht richtig. Es stimmt, dass deine Muskeln vom Widerstandstraining wachsen (wofür würden wir uns sonst so abmühen?), aber als Frau fehlt dir die Veranlagung, um massive Muskelberge aufzubauen. Maßgeblich für den Muskelaufbau verantwortlich ist das Hormon Testosteron, welches bei Frauen nur in geringem Ausmaße vorhanden ist. Somit kannst (und solltest!) du ohne weiteres Krafttraining ausüben, ohne zu massiv zu wirken. Das ist für dich als Frau fast unmöglich und bedarf chemischer Hilfsmittel, also keine Angst vor dem Gewicht! Darüber hinaus werden deine Muskeln lediglich etwas praller, allen voran wirst du aber Fett verlieren und somit viel mehr einen athletischen und straffen/definierten Look erzielen, als einen muskulösen.

Mythos 2 – Um Fett zu verlieren, muss ich viel Ausdauersport betreiben!

Fatalerweise wird dieser Rat häufig ausgesprochen, gerade bei Frauen. Ausdauersport ist wunderbar: er ist gesund, fördert das Herzkreislaufsystem, verbrennt definitiv auch eine gute Menge Kalorien und man kann dabei nichts falsch machen – übermäßig oft und intensiv ausgeführt kann es aber kontraproduktiv sein, da hierbei auch Muskeln abgebaut werden können und das gilt es unbedingt zu vermeiden! Es geht nicht darum, das Ausdauertraining schlecht zureden. Wem es Spaß macht und Zeit hat, der soll es ruhig tun! Dennoch muss gesagt werden, dass viele durch exzessives Cardiotraining den Spaß an der Sache verlieren und vorzeitig aufgeben. Es wurden auch schon athletische Körper komplett ohne Cardio geformt!

Mythos 3 – Ich muss anders trainieren, als Männer!

Wir haben schon herausgefunden, dass Frauen aufgrund ihres Hormonhaushalts nicht in der Lage sind, so breit und muskulös zu werden, wie Männer. Die Schlussfolgerung, man müsse anders trainieren ist aber unbegründet, denn: Muskelaufbau funktioniert bei beiden Geschlechtern nach dem gleichen Prinzip. Der Muskel reagiert also gleich, bei Frauen lediglich mit weniger Wachstum. Theoretisch könntest du also einen „Männerplan“ verfolgen und wunderbare Ergebnisse erzielen. Praktisch gesehen haben Frauen oftmals andere körperliche Ziele. In der Regel wollen sie dem Unterkörper (speziell Po) mehr Beachtung schenken bzw. entwickeln und den Oberkörper nicht sonderlich stark ausprägen – lediglich etwas Fett verlieren, um ein athletisches, sportliches Aussehen zu erlangen. Aus diesen Gründen solltest du einen anderen Trainingsplan verwenden, welcher auf deine Bedürfnisse zugeschnitten ist, aber du musst nicht!

Mythos 4 – kleine Gewichte, viele Wiederholungen sind besser!

Falsch! Leider zeichnet sich dieser Mythos ebenfalls durch eine gewisse Hartnäckigkeit aus und will einfach nicht aussterben. Es wird dir nicht viel nutzen, ständig die pinken 1Kg-Hanteln zu benutzen und mit Wiederholungsbereichen jenseits der 20, gar 30 zu arbeiten. Erinnere dich: dein Muskel reagiert genauso auf Reize, wie es bei Männern der Fall ist. Am meisten Muskelmasse rekrutierst du mit schweren Gewichten, nicht leichten! Ich habe das Gefühl, dass sich Frauen oft vor einem schweren Training mit niedrigeren Wiederholungen scheuen, weil es körperlich äußerst fordernd und schweißtreibend ist. Dabei kommt es dann gerne schon mal zum leichten Stöhnen und Grunzen, was wiederum wohl nicht sehr Lady-like erscheint. Trau dich aber getreu dem Motto „Lady in the streets, beast in the gym“ ruhig einmal an ein hartes, schweres Training heran. Schweiß und sonderbare Laute gehören ein Stück weit zu einem guten Training dazu ;)

Mythos 5 – Ich muss strenge Diät halten, um abzunehmen!

Verschiedene Diäten versprechen regelmäßig das Blaue vom Himmel – nicht selten sollen bei Einhaltung der Regeln mehrere Kilo binnen weniger Tage beseitigt werden. Selbst, wenn das funktioniert, muss folgendes beachtet werden:

  1. Um das äußere Erscheinungsbild sichtbar sportlicher zu gestalten, muss Fett beseitigt werden. Bei den meisten Diäten verlierst du allerdings vorrangig Wasser oder gar Muskeln! So kommt es dazu, dass die Zahl auf der Waage zwar geringer, jedoch keine sichtbare Besserung der Körperzusammensetzung erzielt wird.
  2. Gewicht zu verlieren ist keine Kunst. Das ist simpel – der wahre Erfolg kommt erst, wenn du über längere Zeit nicht wieder zunimmst! Weitaus mehr als die Hälfte aller Ambitionierten scheitern genau hier und nehmen das verlorene Gewicht in kürzester Zeit wieder zu. Darüber hinaus kommen noch ein paar zusätzliche Kilos hinzu, sodass schlussendlich eine schlimmere Ausgangslage geschaffen wurde, als vor der Diät!

Die beste Diät ist die, welche du durchhältst. An diesem Spruch ist eine Menge Wahrheit dran. Weder lowcarb noch sonstige Ernährungsprinzipien werden fruchten, wenn du es als unangenehm empfindest und dich Tag für Tag quälen musst. Mein Ratschlag: Finde etwas, was dir gefällt und halte dich daran. Lass dir nichts grundsätzlich verbieten – solange du etwas befolgst, was für dich funktioniert, kommt der Erfolg von ganz alleine. Selbst, wenn diese Strategie eine kleine Tafel Schokolade täglich vorsieht.

Von: Tim Gelhausen


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