Alexandra Kocsi, 1. Platz bei der American Arnold Classic

Jeder Athlet träumt davon, Profisportler zu sein, da bin ich natürlich keine Ausnahme.
18.04.2016



Herzlichen Glückwunsch zu diesem großartigen Erfolg! Wie fühlst du dich, welche Gedanken gehen dir im Augenblick durch den Kopf?
Danke! Es ist eine wahnsinnige Sache, bei der American Arnold Classic auf der Bühne zu stehen. Nur ein Jahr zuvor befand ich mich noch in der ersten Zuschauerreihe, war begeistert über das Finale und träumte nur davon, einmal auf der Bühne zu stehen. Es ist eine große Freude und ein fast unbeschreibliches Gefühl nach einem Jahr Wettkampf die Arnold Classic gewinnen zu können.

Also bist du bereit für die Pro-Card? Was ist dein ultimativer Traum?
Jeder Athlet träumt davon, Profisportler zu sein, da bin ich natürlich keine Ausnahme. Derzeit denke ich aber noch nicht an die Pro-Card, sondern möchte dieses Jahr als Amateur beenden. Ich möchte mich noch verbessern und weitere Erfahrungen sammeln, deshalb nehme ich an der Europameisterschaft im Frühling und an der Weltmeisterschaft im Herbst teil. Meine Ziele haben sich allerdings nicht geändert: Ich möchte bei diesen Wettkämpfen herausragende Leistungen zeigen und tue alles dafür. Mein ultimativer Traum ist knapp zusammengefasst Folgendes: Ich möchte die Europameisterschaft und die Weltmeisterschaft gewinnen und dann die Olympia-Bühne in Las Vegas als Profi rocken.

Ich habe gehört, dass es Ärger bei deiner Anreise gab – was genau ist passiert? Und wem hast du von deinem Sieg zuerst erzählt?
Ja, unsere Reise verlief nicht ganz reibungslos. Als wir in London ankamen, erfuhren wir, dass unser Flug nach Chicago Verspätung hatte. Das war deshalb problematisch, weil wir dann den Anschlussflug nach Columbus nicht bekommen würden. Und das bedeutete, dass ich die Anmeldung verpassen und somit nicht am Wettkampf würde teilnehmen können. Doch glücklicherweise konnten wir auf einen früheren Flug umbuchen und trafen pünktlich ein, auch wenn wir unser Gepäck zurücklassen mussten. Doch mit meinem Bikini und den Wettkampfschuhen aus meinem Handgepäck konnte ich anderntags zum Semifinale auf die Bühne treten. Ich rief zuallererst meine Eltern an, um ihnen von meinem Sieg zu erzählen. Diese hatten aus technischen Gründen den Wettkampf nicht verfolgen können, deshalb war mein Anruf eine Riesenüberraschung für sie.

Wie hast du dich auf der Bühne gefühlt? Hast du sofort begriffen, dass du gute Chancen auf den Sieg hast oder gab es jemanden, den du als Gegner gefürchtet hast?
Es ist ein tolles Gefühl, gemeinsam mit den Besten der USA und der Welt auf der Bühne der Arnold Classic zu stehen; und es war mir eine große Ehre, mein Land dort zu repräsentieren. Bei den Vorbereitungen des Pre-Contests hatte ich das Gefühl, eine Chance zu haben, unter die Besten zu kommen. Daran zweifelte ich dann aber ein wenig, als ich meine Gegner traf, hoffte aber, dass ich sie überraschen würde. Natürlich gab es einige ernsthafte Gegner, so wie Plevakova aus der Slowakei, die sämtliche Siege der Vorjahre gewonnen hatte, oder die Russin Volkova, ehemalige Gewinnerin der Arnold Classic, sie erschienen mir als echte Herausforderung.

Was war deine erste Mahlzeit nach dem Wettbewerb?
Mein Lieblingsessen: Pizza und Nutella. :)

Wie hast du deinen großartigen Sieg gefeiert?
Ich habe nach der Arnold Classic 4 Tage in Miami verbracht. Dort hatte ich eine Auszeit und konnte mich nach der Vorbereitung ein wenig ausruhen.

Was kommt als nächstes, an welchem Wettkampf wirst du teilnehmen?
Am 23. April werde ich am Ungarischen Cup teilnehmen und danach an der IFBB Fitness Europameisterschaft in Spanien vom 4. bis 8. Mai.

Wie bereitest du dich vor? Wie lange hast du dich insbesondere auf die Arnold Classic konzentriert?
Am 10. Dezember habe ich damit begonnen, mich auf die Arnold Classic vorzubereiten, was auch die Weihnachtszeit miteinbezog, die ich mit täglichem Training feierte. Doch seitdem ich so motiviert bin, betrachte ich jeden Tag als Chance, nicht als Bürde.
Ich habe 14 Trainingseinheiten pro Woche, also zwei jeden Tag. Ich beginne mit einer 45- bis 60-minütigen rascheren Cardio und mache nachmittags Krafttraining mit László Berkes.

Durch welche Diät hast du dich in diese großartige Form gebracht?
Die richtige Diät ist mindestens so wichtig wie das Training selbst. Ich befolgte meine 12-Wochen-Wettkampfdiät exakt auf Gramm und Tag. Über 80 % der Vorbereitungszeit aß ich Hühnchen, dann aber, in Abhängigkeit von meiner Form und meinem Gewicht, wechselte ich zu Fisch.
Zwei Wochen vor der Arnold Classic aß ich viermal täglich ausschließlich Fisch mit Salat und Broccoli; zum Frühstück gab es Eiklar.
Leider wurden meine Vorbereitungen durch einige Dinge behindert, unter anderem durch eine Verletzung zwei Wochen vor dem Wettkampf. Die Diagnose lautete: partieller Bänderriss des Außenknöchels, also musste ich komplett alles ändern, aber ich wusste eine Sache ganz sicher: Ich lasse mich jetzt, so kurz vor meinem Ziel, durch keinen Schmerz oder äußeren Faktor aufhalten.

Welche Trainingsmethoden bevorzugst du und wie viel Cardio-Training machst du?
Aufgrund des Banderanrisses muss ich auf Beinübungen weitestgehend verzichten; ich trage Sprunggelenkschienen und kinesiologisches Tape beim Training.
Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen weiß ich, dass ich meine Bestform erreiche, indem ich täglich Cardio mache sowie die Beine dreimal und den Oberkörper zweimal täglich sowie an den Wochenenden trainiere; ich trainiere meine Muskeln in Supersets.

Was hast du während der Vorbereitung gelernt und welchen Rat kannst du zukünftigen Wettbewerbern geben?
Während meiner Vorbereitung habe ich gelernt, dass nichts unmöglich ist – du kannst alles erreichen und alles schaffen. Du brauchst eine positive Grundhaltung und musst jeden Tag dein Bestes geben, so weit es dir die Umstände erlauben.

Eine harte und beharrliche Arbeit wird ihre Früchte tragen.


Was würdest du an diesem Artikel verbessern?




Der Inhalt sollte ...





Abbrechen

Hat dir dieser Artikel gefallen?