Knie verletzt, was nun?

Sportverletzungen sind häufig und werden immer wieder falsch behandelt. Ruhigstellen ist nicht immer alles.

02.06.2016

 

Der vordere Kreuzbandriss ist die häufigste Sportverletzung im Kontaktsport. Fußballer sind besonders betroffen, denn die plötzlichen Richtungswechsel mit Gegnerkontakt wirken besonders belastend auf das Ligamentum Cruciatum Anterius oder auch vorderes Kreuzband genannt. Durch die seitliche Bewegen vom Oberschenkelknochen (Femur) bei fixierten Unterbeinknochen (Tiabia) kommt es schließlich zu einer Überdehnung des Bandes und ein möglichen Abriss. Plötzlicher Schmerz, Schwellung und eine Instabilität nach vorne im Kniegelenk sind Symptome für diese Verletzung.

Der Teamgeist lässt den Fußballer am Seitenrand sitzen, aber dieser sollte das Bein hochlagern und das Knie kühlen, um dem Erguss entgegen zu wirken. Schon in den 30 Minuten nach der Verletzung kann viel aufwendige Nachbehandlung eingespart werden. Ein Flüssigkeit getränktes (oder entzündetes) Kniegelenk bringt nämlich nicht gerade die besten Heilungsvoraussetzungen. Lieber Vorsicht als Nachsicht und nicht sitzend am Spielfeldrand verbleiben.

Die Behandlung geschieht operativ und das Kreuzband wird mit der Ansatzsehne vom Beinbizepsmuskel Semitendinosus ersetzt. Nach (post-op) den ersten 3 Wochen geht es rasch daran den Sportler wieder fit zu bekommen. Bewegungsausmaße zurückgewinnen und eine ausreichende Kräftigung sind das Ziel. Viele wollen schnell zurück auf den Platz und behaupten die typischen ca. 8-12 Monate Pause wären für Anfänger. Falsch gedacht, denn auch wenn das Knie wieder zu funktionieren scheint, heißt das noch lange nicht, dass es den enormen sportlichen Belastungen gewappnet ist. Nur 50 % aller Verletzten bekommen ihre alte Leistungsfähigkeit zurück, was nicht zuletzt von dem Rehabprogramm abhängig ist.
Bei Fehlbehandlungen kann es sogar zu einer Gelenkarthrose führen und das wünscht sich kein Leistungssportler!

Ein operiertes Gelenk ist nie wie das alte. Es handelt sich um Ersatzgewebe, wenn Gelenke oder Gelenkanteile ausgetauscht werden müssen. Heutzutage sind die Ersatzteile schon sehr gut, aber es wird nie die selbe Qualität sein wie das Ursprungsmodel im Körper. Darum sollte keiner, der lange hohe Leistungen abrufen möchte, seine Gelenke 2. ranging Behandeln. Es fängt beim Aufwärmen an, lieber 10 Minuten zu lange als 10 Minuten zu kurz. Die fehlenden 10 Minuten können ganz schnell in Jahre Rehab und Schmerz enden!

Wer vorbelastet ist, sollte sich mit einen kompetenten Physiotherapeuten zusammensetzen. Schlechte Bedingungen heißt noch lange nicht, dass alles verloren ist. Ein Knie kann auf viele Arten verbessert und unterstützt werden. Wer sich mit der Materie intensiv auseinandersetzt weiß, dass die Stärkung der Oberschenkelmuskeln einen erheblichen Stabilisationsgewinn bringt. Ebenso das richtige Stabilisationstraining wie das Ausbalancieren im Einbeinstand auf einer weichen Matte (wenn das Knie betroffen ist) stärkt die Muskulatur und so die Leistungsfähigkeit vom Knie.

Im Falle einer Verletzung ist auch die Ernährung nicht unwichtig. Unserer Körper ist auf maximale Heilung programmiert und will sich nicht unnötig viel um sekundär wichtige Prozesse kümmern. Wer sich Proteinreich ernährt nimmt viel Säure durch die Nahrung auf. Im Alltag macht das keine Probleme, aber im Sonderfall wie bei einer akuten Verletzung und Rehabilitation bedeutet das Energieverbrauch für die Verarbeitung der Säure. Wir können nämlich nur basische Lebensmittel ohne „Extraarbeit“ verwerten. Das merkt man besonders bei offenen Wunden im Mundbereich, wo viele Zahnärzte raten, dass man sich anschließend von Gemüse (basisch) ernährt.

Der GOLDENDE Tipp für DICH: Wenn du Leistungssport betreibst und häufig an deine Grenzen gehst, solltest du dich absichern. Vorsorge ist besser als Nachsorge. Stelle sicher, dass du einen qualifizierten Sportphysiotherapeuten hast, denn diese beschäftigen sich tag täglich mit sportlichen Belastungen. Sie kennen sich aus mit der Rehabilitation und können dich auch in der Prävention bestens Beraten. Egal wie unwichtig die manche Hausaufgaben deines Physios dir erscheinen, mach sie trotzdem! Manchmal fehlt uns der Durchblick, um die Situation optimal einzuschätzen und da ist der richtige Physiotherapeut wirklich Goldwert.

PS: Ich spreche aus Erfahrung, denn Ich stecke mitten in meiner eigenen Ausbildung zum Physiotherapeuten und hab schon viel Erfahrung sammeln können!

Written by Julian Kausch


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