Atmung für mehr Leistung

Das Studio ist kochend warm und die Luft mehr als nur stickig. Wir bemerken Atemnot nach unseren Sätzen und deswegen zeigt dir dieser Artikel, was du alles beim Atmen optimieren kannst.
19.07.2016



Atmung ist die Grundlage für Leben.

Würden wir Menschen nicht unterbewusst atmen, dann wäre das Leben schnell wieder vorbei. Durch Nase und Mund fließt die frische Luft mit Sauerstoff Richtung Bronchien. Von da aus wird jede einzelne kleine Zelle durch unser Blutsystem mit Sauerstoff versorgt und zeitgleich Kohlenstoffdioxid abtransportiert. Auch unsere Muskeln sind auf diese Versorgung angesprochen, denn ohne Sauerstoff wird keine Energiefreigabe möglich sein.

Bewusst in bestimmte Körperregionen Atmen.
Nahezu jeder 2. atmet falsch, denn er atmet in die Brust. Wir können schnell herausfinden in welche Körperregion wir vermehrt atmen. Dazu brauchen wir ein Maßband und binden das um drei Punkte an unserem Oberkörper.
Punkt 1: Auf Brustwarzenhöhe
Punkt 2: Unter der Brust auf dem Oberbauch/Rippen-höhe
Punkt 3: Auf Bauchnabelhöhe

An diesen Punkten messen wir den Umfang bei der Ruheausatmung sowie Ruheeinatmung und der maximalen Ausatmung sowie Einatmung. Durch die ersten beiden Messungen können wir feststellen wie hoch die Differenz der beiden Atemzustände ist und durch den Vergleich mit den anderen Messungen finden wir heraus, in welche Körperregion wir vermehrt Atmen.
Die 2. Messung zeigt uns die Dehnfähigkeit der Körperregionen und dadurch lassen sich Verspannungen/Widerstände der Atmung feststellen. Ein guter Differenzwert für die maximale Ausatmung und Einatmung sind 5 Zentimeter.



Du hast jetzt herausgefunden in welche Körperregion du atmest.
Wie du schon erfahren hast, ist das Atmen in die Brust nicht optimal. Warum ist das denn so? Ganz einfach, aber der Brustkorb liefert nicht annähernd so viel potentiellen Platz für Luft wie es der Bauchraum tut. Das merkst du, wenn du richtig tief einatmest bis die Brust gefüllt ist und die Luft weiter den Platz im Bauchraum aufsucht. Von Natur aus sind wir dafür gemacht um in die Flanken beziehungsweise den Bauch zu atmen. Besonders unter Belastung macht dies einen riesigen Unterschied!
Viele haben sich angewöhnt in die Brust zu atmen, weil das Gesellschaftsideal einen flachen Bauch haben sollte. Hier kommt das Missverständnis zwischen fetten Bauch und luftgefüllten Bauch ins Spiel.

Unter Last in die Flanken atmen und seine Lendenwirbelsäule schützen.

Kreuzheben ist für viele Bandscheibenvorfälle in den Studios verantwortlich. Das sagen jedenfalls die Trainer und Hausärzte. Wer aber weiß, wie man diese Übung macht, wird nie einen Bandscheibenvorfall dadurch bekommen. Profis heben über 400 Kg und haben keinerlei Beschwerden der Wirbelsäule. Wie kommt das? Sie wissen wie sie ihren Körper schützen. Das richtige Atmen in die Flanken wirkt wie ein unsichtbarer Gürtel auf unseren Rumpf. Um das zu erlernen, muss man mit den Händen druck in den seitlichen Bauch geben und durch gezieltes Einatmen die Hände herausdrücken. Dies erfordert viel Übung, aber es ist genau die Art von Atmung, die den Rumpf fest macht. Wer diese Atemtechnik erlernt hat, der wird merken wie sie das Becken im Raum verändert und der Bauchnabel nach hinten unten gezogen wird. Die tiefe Einatmung zieht unser Diaphragma nach unten und fixiert dadurch den Rumpf mit Spannung. So vermeiden wir ein Hohlkreuz und stehen physikalisch in einer optimalen Position für Belastung beim Kreuzheben oder auch bei Kniebeugen. Wichtig ist, dass man diese Position und dessen Spannung während der Übung dauerhaft beibehält.

Weiterhin kann man sich vorstellen, dass etwas sehr schweres auf unsere Schultern fällt. Wie würdest du stehen, um nicht von der Last erdrückt zu werden?
Durch tägliches Üben verbesserst du nicht nur deine Leistung im Studio, sondern verbessert auch deine Sauerstoffversorgung im Alltag, wenn du die Atmung nach und nach in den Bauchraum verlegst.

Viel Erfolg bei dieser neuen Technik und für weitere Inspiration schaut doch mal bei „Chris Duffin“ auf Youtube rein!

Written by Julian Kausch


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