Protein Wissen 2.0

Wissenschaftliche Fakten, relevante Funktionen sowie meine persönliche Meinung zu Proteinen, verständlich beschrieben.
14.10.2016



Eine ausgewogene Ernährung inklusive Proteine, ist von höchster Bedeutung, besonders wenn du als Athlet harte Workouts absolvierst, Wettkämpfe bestreitest und nebenbei noch einen „normalen“ Alltag führst. Selbstverständlich geht das mit verschiedenen Diätweisen, die einen oder zwei der Makronährstoffe bevorzugt in den Vordergrund rücken. Doch dies ist nicht für jeden Organismus geeignet, denn die biochemischen Prozesse in unserem Körper laufen bei jedem nun mal anders. Mit dem „Protein Wissen“ aus Sport-Fachzeitschriften und aus dem Studiotalk a.k.a. Bro-Science, ist es nicht möglich, diese wichtigen und teilweise (verdeckten) hochkomplexen Vorgänge zu verstehen...

Ob oder warum eine „unausgeglichene“ erhöhte Zufuhr an Proteinen nicht für alle Menschen sinnvoll ist, zeige ich dir in den folgenden Abschnitten sowie anhand verschiedener Beispiele.

Beispiel 1
Viel Protein bedeutet nicht gleich viel Wachstum sowie verkürzte Erholung.

Ein Beweis: Neugeborene bzw. Babys trinken in den ersten 12 Monaten circa 200 – 910 ml Muttermilch an einem Tag, je nach Alter. Dadurch sind sie in der Lage, in circa einem Jahr, ihr Körpergewicht zu verdreifachen! Enthält die Muttermilch denn so viele wertvolle Proteine? (Leider) NEIN, dem ist nicht so. Hier die Makroschlüssel auf 100 ml Muttermilch: Protein 1,0 g (7%) - Kohlenhydrate 7,2 g (40%) - Fett 3,8 g (53%)

Mein Tipp: nimm „mehr richtige“ Mineralstoffe (z.B. MagnesiumZMK, Magnesiumlysinat), „ausreichend richtige“ Spurenelemente (z.B. ZinkChelat) und „natürliche“ Vitamine (z.B. Vitamin D & K) zu dir.

Beispiel 2
Alle Makronährstoffe (sowie andere Nährstoffe) sind wichtig für den Körper, um optimale Funktion zu gewährleisten und Muskeln aufzubauen bzw. zu erhalten!

Ein Beweis: 1 kg Muskelmasse besteht, abhängig vom Leistungsniveau, aus gerade einmal ­~170 g Aminosäuren. Auch Fettsäuren und Kohlenhydrate (etc...) sind „im Muskel“.

Mein Tipp: beziehe eine zeitlich abgestimmte vollwertige Ernährung in deinen Alltag ein, unter anderem mit guten Fette.

Beispiel 3
Eine hohe Proteinzufuhr bedeutet nicht, dass viel Protein im Körper verwertet wird.

Ein Beweis: Funktioniert dein Darm nicht optimal, so wird (auch) Protein nicht optimal vom Körper resorbiert. Dabei liegt die Ursache für die „Fehlfunktion“ so gut wie immer im Darm.

  • unausgeglichenes Verhältnis der Darmbakterien
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Autoimmunerkrankungen
  • Intoleranzen
  • Sensivität
  • (Kreuz-)Allergien

Mein Tipp: Lass’ deinen Darm und dein Blut checken, nutze ggf. Pro- und Präbiotika.

Beispiel 4
Zu viel Protein kann gegebenenfalls deinem Körper schaden (wie alles andere auch).

Der Beweis: Nicht alle Aminosäuren sind immer automatisch gesund, leistungsfördernd oder gar notwendig. Und ja, es KÖNNTE unter gewissen Umständen zu Schädigungen deiner Organe inklusive, des Gehirns, der Leber sowie der Nieren kommen. Nimm die ersten Anzeichen von erhöhten Ammoniak-Werten ernst. Im schlimmsten Fall führt eine (extrem) hohe einseitige proteinreiche Kost zum Tode, z.B. Kaninchenhunger. Natürlich bedarf es dazu bestimmter Gegebenheiten, wie beispielsweise eine radikale Umstellung der Ernährungsweise, das Auftreten von Erkrankungen oder die Unverträglichkeit aufgrund der Einnahme bestimmter Medikamente oder illegalen Mitteln.

Mein Tipp: ernähre dich, wie sich echte Athleten ernähren.

Beispiel 5
Nur Proteine zu essen sättigt kaum, zumindest bei einem Großteil der Bevölkerung.

Der Beweis: Viele Gespräche mit meinen (un-)sportlichen Kunden bestätigen mir das sowie zahlreiche neurologische Studien. Letztendlich ist ein gesunder Sportler satt, wenn die ausreichende Versorgung, mit den entsprechenden Nährstoffen erfolgte; unter Einbeziehung der Ruhe für Körper und Geist! Ist dies gewährleistet, so bist du als Athlet(in) satt und zufrieden. Denn dann befinden sich auch meist deine Neurotransmitter und deine Darmbakterien in einem optimalen Verhältnis zueinander. Besonders der Neurotransmitter Serotonin gibt dir das zufriedene Gefühl, nicht mehr essen zu wollen.

Mein Tipp: esse zu deiner proteinreichen Mahlzeit Kohlenhydrate, Ballaststoffe und/oder Fette dazu.

Beispiel 6
Proteine machen nicht immer schön, oft passiert genau das Gegenteil: ein schlechtes Hautbild.

Der Beweis: Ich erinnere mich an meine jungen proteinreichen Fitnessjahre sowie derer meiner Kollegen und junger Sportler. Milchprodukte, auch die laktosefreien, lösen bei vielen Sportlern (m/w) Akne oder ähnliche Hautprobleme aus. Insbesondere bei den jungen Athleten/innen zwischen 15 – 25 Jahre, die ohnehin eine erhöhte Hormonproduktion haben, bewirken proteinreiche (Milch-)Produkte sowie die darin enthaltenen B-Vitaminen negatives (insbesondere B6 & B12) – sie sind oft hilfreich, können aber Akne auslösen bzw. verstärken.

Mein Tipp: meide für 3 Wochen alle Milchprodukte, reduziere deine Proteinaufnahme auf 1,2 – 1,5 g pro kg Körpergewicht, passe deine Fett-/ Kohlenhydratzufuhr entsprechend an und staune wie sich deine Haut verändert.

Eiweiße, Proteine, Aminosäuren, Peptide ermöglichen Leben und...
Proteine/Aminosäuren dienen als wichtige Nährstoffe und Energielieferanten, die zum Aufbau und zur Herstellung von Muskeln, Bindegeweben, Hormonen sowie Enzymen benötigt werden. Während du durchaus einige Zeit ohne Kohlenhydrate oder Fett auskommst, zeigt dir dein Körper schon nach kurzer Zeit Mangelerscheinungen wie Haarausfall, Muskelabbau, Leistungsabfall oder Ödeme, wenn du ihn mit zu wenig Eiweiß versorgst.

Meine persönliche Meinung und Ernährungsweise...ich:

  • ernähre mich mit mal mehr und mal weniger Eiweiß
  • esse sogar wenig Fleisch und beziehe die zahlreichen Gemüsearten /-sorten mit in meine Diät ein, als Proteinquelle
  • variiere regelmäßig meine Proteinzufuhr und dadurch meine anderen Makros
  • nutze gezielt einzelne Aminosäuren, zeitlich abgestimmt auf spezifische „Ziele“ (Schlaf, Entspannung, Leistung, etc...).
  • schenke zunächst meiner optimalen Darm- und Neurotransmitter-Funktion die Aufmerksamkeit
  • höre nicht auf „dieses Studio-, Alibi, Bodybuilding, Fitness-Gequatsche“ von langjährigen und dennoch unerfahrenen Sportlern, die sich mit einem „1.0 Wissen“ versuchen zu behaupten; ich selbst zahle sehr gerne Geld für wertvolle Informationen von Spezialisten (!)
  • schaue mehrere Schritte weiter nach vorne, betrachte Dinge von möglichst allen Seiten, beurteile dann und lerne ständig von denen, die vor mir sind

Und siehe da, es funktioniert schon seit Jahren bestens mit der Ernährung und der Leistung...und der Ästhetik.

Athletinnen und Athleten: glaubt nicht alles, hinterfragt mehr, denkt logisch, probiert aus, adaptiert Neues und behaltet Bewährtes.

Grüße von Coach Criss Holiday.


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