Leptin - Sättigung und Hunger

Ein wichtiger Baustein im Hormonsystem, der Stoffwechsel und Appetit kontrolliert.
16.02.2017



Es gibt viele Wege, um deinen Körper in Form zu bringen und vital zu bleiben. Dabei ist es wichtig, dass Hormone und Neurotransmitter nicht aus dem Gleichgewicht geraten. Ein Fettgewebshormon, dass bei vielen (übergewichtigen) Menschen unbemerkt aus dem Gleichgewicht gerät und eine große Rolle im Gewichtsmanagement spielt, ist Leptin.

Leptin ist ein fettunlösliches Hormon mit Botenfunktion, das über Sättigung und Hunger mitbestimmt. Wissenschaftler dachten früher die ultimative Diätpille im menschlichen Körper entdeckt zu haben, als sie bemerkten, dass erhöhte Leptinwerte dazu beitragen, den Hunger einzudämmen - leider nicht bei jedem Körpertyp. 
Um die Bedeutung und Funktion von Leptin richtig zu verstehen, musst du zunächst mehrere Seiten dieses Hormons kennenlernen, um es nicht voreilig als Freund oder Feind abzustempeln.

Leptin Wirkung
Fakt ist: je mehr du isst und je mehr Fettzellen in deinem Körper vorhanden sind, desto mehr Leptin wird (in den Adipozyten) gebildet. Nehmen die körpereigenen Energiedepots wieder ab oder sind weitestgehend erschöpft, sinkt der Leptinwert und dein Gehirn erhält eine Info und signalisiert dir, dass du wieder Energie benötigst. Es kontrolliert damit...

  • in erster Linie deinen Hunger und Appetit
  • sowie deinen Energiehaushalt und Stoffwechsel.

Genauer gesagt...

  • aktiviert Leptin zwei Neuropeptide mit appetitzügelnder Wirkung (POMC und CART)
  • löst Leptin durch die Bildung eines körpereigenen Peptidhormons (alpha-Melanozyten-stimulierendes-Hormon) ein Sättigungsgefühl aus
  • hemmt Leptin den appetitstimulierenden Effekt von anderen hormonartigen Boten- und Signalstoffen im Gehirn (seitlichen Hypothalamus) und im Darm
  • hemmt Leptin die appetitanregende Wirkung eines Alkohol-Derivats einer mehrfach ungesättigten Fettsäure

Ist dein Leptin in der Norm so nimmt es, neben dem Sättigungsgefühl, positiven Einfluss auf deine(n)...

  • Immunabwehr
  • Insulinempfindlichkeit
  • Fettsäureoxidation
  • Knochenstoffwechsel
  • Stimmung
  • Gehirnleistung
  • Blutdruck
  • Muskeltonus
  • Herzfrequenz
  • Thermogenese
  • Scharfsinn
  • Gedächtnisleistung
  • Fruchtbarkeit
  • Sexualaktivität
  • pubertäre Entwicklung

Liegt eine Leptinresistenz vor, so kann das teilweise starken Einfluss auf die oben genannten Punkte haben. Entfaltet das von den Fettzellen produzierte Leptin nicht seine eigentliche Wirkung, wirst du essen, mehr essen, noch mehr essen und nie richtig satt und zufrieden werden. Das ist ein typisches Verhalten bei adipösen Menschen, auch wenn diese nur ein- bis zweimal am Tag essen. Dafür essen sie meist unausgewogen, lange und viel, inklusive Snacks und zuckerhaltigen Getränken. Obwohl die Leptinwerte durch das Essen zwischenzeitlich gestiegen sind, erfolgt keine Sättigung und einer ungewollten, ungesunden Gewichtszunahme mit Unzufriedensheits-Garantie steht nichts mehr im Weg. Isst du unregelmäßig und dauerhaft zu viel, dann verfettest du. Deine Rezeptoren, an denen das Leptin andocken soll, um im Gehirn den "Nahrungs-Stop" zu signalisieren, versagen in ihrer Funktion.

Dein Körper informiert: " Vielen Dank und herzlichen Glückwunsch zur kürzlich erworbenen Leptinresistenz. Gerne kannst du dein kostenloses Krankheits-Abonnement weiterlaufen lassen und erhältst demnächst deine Insulinresistenz gratis dazu. Behandle dazu deinen Körper einfach genauso schlecht wie in der Vergangenheit. Denk' morgen daran all die Medikamente beim Doc zu holen, damit dein Leben länger leidet".


Die Hauptursachen für eine Leptinresistenz sind in der Regel zwei Dinge:

  • Leptin passiert nicht (ausreichend) die Blut-Hirn-Schranke
  • Leptin dockt nicht an die im Hypothalamus gelegenen Leptinrezeptoren an.

Die Auslöser für diese Stoffwechselstörung können sein:

  • zu wenig bzw. zu schlechter Schlaf
  • dauerhafte Nahrungs- bzw. Kalorienaufnahme (!!!)
  • erhöhte Triglyceridwerte
  • nicht ausreichend Bewegung bzw. Sport

Sobald die Insulinresistenz folgt, wird das fatale Auswirkungen auf deine Gesundheit und deinen Alltag haben. Sozusagen hast du dann eine Zuckerkrankheit im Doppelpack abonniert. Die Frage, die sich dir bestimmt nun stellt: was kann ich tun, damit ausreichend Leptin produziert wird und es vom Körper aufgenommen wird?

Einige Dinge tragen dazu bei, dass du deine Leptinwerte erhöhst bzw. normalisierst:

  1. verzichte auf verarbeitete fruktose- und zuckerhaltige Produkte
  2. iss mehr Gemüse, Nüsse, Samen, Kräuter, Fisch sowie mageres Fleisch und Obst
  3. vermeide in jedem Fall eine Null-Diät, eine unregelmäßige Nahrungszufuhr und eine zu starke Reduktion deiner notwendigen Gesamtenergiemenge
  4. nutze komplexe Kohlenhydratquellen und stärkehaltige Kohlenhydrate wie Knollen
  5. koche vielfältig, frisch, naturbelassen und schonend zubereitet
  6. genieße deine zubereiteten Speisen "langsam"
  7. meide jegliche Lebensmittelprodukte die Geschmacksverstärker, Emulgatoren, Austauschstoffe enthalten
  8. trinke ausreichend Mineralwasser und Kräutertees
  9. sorge für einen dauerhaften erholsamen Schlaf
  10. lass die Finger weg von Zigaretten, Alkohol und stoppe Medikamenten- und Drogenmissbrauch
  11. treibe mehrfach die Woche regelmäßig und intensiv Sport
  12. supplementiere Omega 3, Taurin, Acetyl L-Carnitin und Kurkuma, wenn der Rest stimmt. Eventuell Vitamin D, wenn ein Defizit vorliegt.

Profitipp: "Leptin-Tabletten" wirken nicht, da diese spätestens im Darm abgebaut werden und erst gar nicht die Rezeptoren im Gehirn erreichen. Also spar' dir das Geld und investiere in gesunde Lebensmittel, neue Küchenutensilien, eine Mitgliedschaft im Gym / in der Box oder einen sehr erfahrenen Personaltrainer, der dich motiviert, richtig und intensiver Sport zu treiben.

Athletinnen und Athleten: verdeutlicht Euren Mitmenschen, wie wichtig es ist, dauerhaft gesund und ausgewogen zu essen, für einen gesunden und fitten Körper.

Geschrieben von:

Criss Holiday

Criss Holiday

RocDoc & Athletic- and Diet Coach

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