Gewichte machen männlich?

Dieser Artikel ist speziell für die Damen dort draußen. Hier wird erklärt, warum es doch Sinn macht, mit Gewichten für eine Bikiniform zu trainieren.
16.06.2017



„Das Bindegewebe wird von 50+ Wiederholungen gestrafft, so bekommt man einen super Hintern“

Hat das jemand von euch schon gehört? Ich leider auch und das ist totaler Quatsch. Das Bindegewebe interessiert überhaupt nicht, ob ihr 50 Wiederholungen am Stück macht oder nicht. Bindegewebe haben wir überall im Körper und es wird mit Proteinen aufgebaut. Es ist also wichtig, dass man seinen Bedarf an Proteinen bekommt, denn sonst wird das Bindegewebe seine kleinen Schwierigkeiten bekommen!
Bindegewebe „bindet“, wie der Name schon sagt, in unserem Körper zusammen. Anders gesagt hält es die komplette Struktur aufrecht, sodass zB. ein Organ nicht von A nach B schwimmt ohne Kontrolle. Bindegewebe wird einerseits in dessen „Spannung“ durch die Proteine beeinflusst, aber was wirklich den Körper auf Spannung bringt sind unsere Muskeln!
Wir können die Muskeln ein kleines bisschen mit einem Ballon vergleichen. Ein alter nicht gefüllter Ballon wird schrumpelig und wirft Falten. Ein praller und gefüllter Luftballon dagegen hat eine glatte und straffe Oberfläche. Mit anderen Worten ist ein gut trainierter und starker Muskel das, was unsere Haut zeitgleich schön und straff macht. Ein gutes Beispiel für diese Theorie bieten die Powerlifter in der 125Kg+ Klasse. Diese sind zwar alle samt nicht die dünnsten, aber durch deren Muskelberge wird das Fett vom Herunterhängen befreit und die Haut gespannt!

Räumen wir die größten Mythen mal aus dem Weg.
Große Muskeln entstehen nicht allein durch schwere Gewichte, sondern viel mehr in der Küche.
Wer „nur“ hochmotiviert ist und sehr schwer trainiert, der wird nie große Muskelberge aufbauen können, wenn nicht dementsprechend die Essensmenge dafür geliefert wird. Außerdem fehlt der Frau die entscheidende Menge an Testosteron, um überhaupt die gefürchteten Muskelberge möglich zu machen.
Du bräuchtest also eine Menge Essen und eine hormonelle Unterstützung, um das Potential für männlich wirkende Muskeln zu bekommen.
Isst du nicht wie ein Scheunendrescher und leistest Abhilfe mit der Medizin, dann wirst du Klasse statt Masse entstehen lassen, wenn du schwer trainierst. Das sagen nicht nur erfahrene Trainer, sondern auch die Wissenschaft unterschreibt diese Aussage.

„Mit schwereren Gewichten und weniger Wiederholungen kommt man schneller an sein Ziel“.
Eine Studie aus dem Jahr 2002 untersuchte, was passiert wenn unterschiedliche weibliche Testgruppen mit unterschiedlichen Gewichten und Wiederholungszahlen trainieren.
Die erste Gruppe trainierte mit ca. 85% des Maximalgewichts für 8 Wiederholungen. Die zweite Gruppe trainierte nur mit ca. 45% des Maximalgewichts für 15 Wiederholungen. Simpel gesagt betrachten wir eine Hypertrophie/Kraft-gruppe und eine Ausdauergruppe.Das Ergebnis hier war klar, die erste Gruppe verbrannte mehr Energie und löste den stärksten Nachbrenneffekt aus. Mit anderen Worten ist der mögliche Fettverlust und somit die Definition oder auch „Straffung“ des Körpers effektiver in der Gruppe 1.
Ähnliche Ergebnisse kamen auch in späteren Studien aus dem Jahr 2009 mit 122 Frauen, welche ganze 6 Jahre begleitet wurden. Die Gruppe aus dieser Studie, welche mit 80% des Maximalgewichts und 8 Wiederholungen trainierte, konnte am meisten Gewicht und am meisten Körperfett verlieren.
Somit wurden diese definitiv kein Muskelberg, denn das Körpergewicht fiel und sie verloren gleichzeitig das Körperfett, was gerne Falten wirft. Dass die Muskulatur dazu noch gestärkt wird ist das Topping, denn so wird der Körper zusätzlich gestrafft und geformt!


Fazit:
Für die Bikinifigur sollte man primär auf relativ schwere Lasten setzen. 8 Wiederholungen mit 80% des Maximalgewichts ist die Faustregel. Selbstverständlich kann auch Ausdauer miteingebaut werden, aber der Fokus sollte spätestens jetzt klar sein!
Mit dieser Aussage wünsche Ich Dir viel Erfolg bei deiner Bikinifigur.

Geschrieben von:

Julian Kausch

Julian Kausch


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