Wettkampfvorbereitung: Von A bis Z. Teil 1.

In dieser Artikelserie werden wir ein wenig über alles berichten, was man an Wissen braucht, um diesen Schritt, ein Wettkampfsportler zu werden, zu vollziehen (oder auch nicht).
09.08.2017

Ein Wettkampf ist ein großes Ereignis im Leben eines trainierten Sportlers. Zunächst einmal wird man natürlich mit anderen Vertretern derselben Disziplin auf der Bühne verglichen – häufig in leichter, knapper Bekleidung – und das nicht nur mal eben so. Es bedeutet auch, sich zu exponieren, sich selbst zu zeigen, auszustellen, Aufmerksamkeit zu erregen und zu beweisen, der Beste zu sein – und jeder erkennt darin die Herausforderung. Es ist der ultimative Test, der nicht nur sehr viel Fleiß und Opfer erfordert, sondern auch eine Menge Arbeit an dir selbst sowie einige konsequente Entscheidungen benötigt, damit du für einen längeren Zeitraum die gewohnten Bahnen deines Lebens verlassen kannst – Entscheidungen, die deine Welt um dich herum, deine Arbeit, deine Beziehungen, dein Verhalten und viele andere Faktoren sehr beeinflussen werden.

Man könnte nun fragen, warum wir überhaupt eine Wettkampf-Einführung zum Thema machen möchten. Die einfachste Antwort, die sofort in den Kopf kommt, wäre: „Um zu zeigen, dass du der Beste bist!“ Dazu sagen wir ja … und nein. Vor allem möchten wir uns beweisen und etwas wertschätzen. Dass wir eine gute Schiene fahren. Dass es uns schlussendlich gelungen ist, uns weiterzuentwickeln und dies gut zu machen, dass wir es sogar außergewöhnlich gut gemacht haben, nachdem wir dazu bereit waren, mit anderen vor den Augen eines Publikums und der Jury in einen Wettbewerb zu treten. Aber wir wollen auch eine neue Motivationsquelle finden, um uns zum Weitermachen zu motivieren, mit noch mehr Intensität, Enthusiasmus, Ausdauer; wir brauchen den Wunsch und die Entschiedenheit, zukünftig sämtliche Erfordernisse zu stemmen, die Treppe nach oben zu steigen und die Welt auf unsere eigene Art zu erobern.

Der vor uns liegende Weg ist lang, bevor wir diese Endphase in der Entwicklung und die Disziplin erlangen. Und man muss wissen, dass die meisten Menschen dieses Stadium nicht erreichen werden – aus Angst vor dem Unbekannten, aus Mangel an Interesse, aus Faulheit …, die Liste an Gründen und Entschuldigungen ist lang. Also, welche Stadien musst du durchlaufen, bevor du überhaupt an einen Wettkampf denken kannst?

Vom Beginn bis zur Entscheidung

Zunächst beginnt jeder eines Tages zu trainieren, ohne wirklich etwas über das Wie zu wissen, ohne Technik, Methoden oder Wissen, häufig sogar ohne Fitnessstudio, aber in fantasievoller Bekleidung – angefeuert von verschiedensten Beweggründen: mangelndes Selbstbewusstsein, dem Wunsch, die Figur zu verändern, es leid zu sein, an der Schule gemobbt zu werden, dem Wunsch nach Stärke, um seine Kollegen zu beeindrucken und respektiert zu werden, um wie der Lieblingsschauspieler auszusehen, stärker und kraftvoller im Alltag zu sein, wegen der Blicke anderer, als sinnvoller Zeitvertreib … Es gibt zahlreiche Gründe für den Beginn einer sportlichen Disziplin und sie bergen häufig ein großes Unglück und den Willen in sich, Dinge dementsprechend zu verändern, besonders wenn der Beginn in die Kindheit oder Jugend fällt.

Mit der Zeit lernt man – Physiologie, Biomechanik, Anatomie, Ernährung, Ernährungsergänzung, Übungen, Techniken. Wissenschaftliche Bücher, Magazine, Zeitungen, Websites, Blogs, Videos, Fotos, Diskussionen, Beobachtungen ... –, alles dient dem Wissen und deiner Verbesserung. Wir müssen uns stets aus kritischem Blickwinkel sehen und hinterfragen, die Dinge in allen Bereichen immer wieder neu bedenken und umsetzen, um Fortschritte zu machen, anhaltend und dauerhaft, niemals stagnieren, niemals aufgeben, sich nie entmutigen lassen.

Sport ist eine wunderbare Sache, er erlaubt uns nicht nur, uns selbst zu übertreffen, sondern auch unseren Körper zu verändern, unser Leben, unsere Seele, unseren Geist, unsere Disziplin und unser Wissen, so viel ist sicher … Aber er dient auch als festes Kernstück, als Richtschnur im Leben, die uns in harten und dunklen Zeiten erlaubt, ohne allzu große Blessuren davonzukommen, ohne sich gehen zu lassen, ohne alles fallen zu lassen, ohne sich zu schaden, indem man exzessiv isst, trinkt oder Drogen nimmt …Wenn du einer von denen bist, für die Sport über die Jahre zu einem integralen Bestandteil ihres Lebens geworden ist, dann siehst du den Sport und die entsprechende Lebensweise nicht mehr als getrennt voneinander.

Training, spezielle Lebensmittel, Ernährung, Gewichtszuwachs, Zeitpläne, Müdigkeit, Verpflichtungen ..., dein gesamtes Leben strukturiert sich rund um die sportliche Tätigkeit, was schließlich nicht mehr als einengend oder seltsam wahrgenommen wird. Im Gegenteil: Dieses Leben – reichhaltiger, aktiver und anspruchsvoller als das Leben von bewegungsarmen Menschen – ist schlussendlich eine Notwendigkeit, die zum normale Leben des Sportlers wird … und ist nur ein wenig anders als das Leben der anderen um ihn herum.

Dieser Prozess einer normalen Weiterentwicklung – wenn er aufrechterhalten und kontinuierlich mit Freude und echtem Einsatz durchgeführt wird – wird eines Tages eine andere Stufe erreichen. Wird ein Level erreicht, der beachtlich genug ist, um ihn überhaupt wahrzunehmen oder der die Überzeugung hervorruft, man sei nun für den Wettkampf bereit, um sich mit anderen vor einem Publikum vergleichen zu lassen, führt dies dazu, in den Wettstreit zu treten, um zu sehen, wo man selbst steht, wo man im Vergleich zu anderen Gleichgesinnten steht, ja, sogar im Vergleich zu einigen der besten Athleten im Umfeld.

Als Zuschauer denkst du niemals, dass du eines Tages bei einem sportlichen Ereignis auf Leute triffst, die dich zum Träumen bringen. Sobald du dich aber auf der anderen Seite befindest und Teil der Veranstaltung bist, ist es etwas Außergewöhnliches und mehr, sie zu treffen: Du kannst auf gleicher Augenhöhe mit ihnen sprechen, manchmal sind sie sogar Teil der Jury. Und machmal – ganz besondere Überraschung – stehen sie sogar mit dir auf der Bühne. Jetzt kannst du dich mit den Legenden vergleichen, die dich zu diesem Sport geführt haben …, das ist keine Kleinigkeit, sondern echt etwas sehr Großes und Bedeutsames, als würde eine Fackel von einer Generation an die andere weitergegeben.

Wir wissen, warum wir in den Wettkampf treten. Aber der zündende Moment, wenn es Klick macht und man von der Überlegung zur Umsetzung gelangt, zum „Das ist es, das mache ich jetzt“, kann durch viele verschiedene Dinge angeregt werden. Dies kann ein angesetzter Wettkampf sein, auf den sich Freunde oder Kollegen im Fitnessstudio vorbereiten. Oder eine Herausforderung, die man sich selbst stellt oder andere an einen, eine Reise- oder Erkenntnismöglichkeit, die mit dem Wettkampf einhergeht, oder ein erfahrener Älterer, der dir sagt „Mensch Kumpel, du bist auf einem wirklich tollen körperlichen Level und hast eine großartige Kondition – willst du Nägel mit Köpfen machen und dich auf einen Wettkampf vorbereiten?“ … Plötzlich ist er da, dieser entscheidende Augenblick, auf den man so lange gewartet hat und der so schwer erreichbar ist – und erlebt ihn kurz und bündig– ein folgerichtiger, ernster Moment. Ernst, weil die gesamte Vorgehensweise und eine riesige Menge Arbeit erforderlich waren, um an diesen Punkt zu kommen, damit der Traum real wird, um vom Reden zum Handeln zu gelangen, vom Traumbild zur Realität auf der Bühne. Und nochmals: Das A und O sind Wissen, Übung, Vernunft, Planung, Strenge und eine Menge Arbeit mit Schmerzen, Leid und Entbehrungen, um dem Weg zu folgen, um für den ersehnten Tag vorbereitet und in Spitzenform zu sein.

Wir werden in den folgenden Artikeln – Schritt für Schritt – das Erstellen und Umsetzen des Gesamtplans erörtern, um die Herausforderung eines Tages zu bestehen. Wir werden alle zu vermeidenden Fallstricke und konkret auszuführenden Dinge beschreiben. Dann liegt die Entscheidung bei dir: Wagst du den Schritt oder nicht? Hierfür solltest du wissen, dass es eine größere Herausforderung ist, sich zur Größe zu entwickeln, als sich durch diese Aufgaben durchzuarbeiten.

Denis Tchoumatchenko
www.deniss.org

Geschrieben von:

Denis Tchoumatchenko

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