Fett in Muskeln umwandeln?

Überall steht, dass wir Fett ganz einfach in Muskeln verwandeln können. Stimmt diese Hypothese oder ist es gar nicht die Wahrheit?!
31.01.2018



Stellen wir uns in diesem Artikel dem Basiswissen, um Jahresvorsätze auch umsetzen zu können. Eine der häufigsten Fragen ist: “Kann ich überflüssiges Fett in Muskelgewebe umwandeln?”.

Es gibt bereits diverse heiße Diskussionen. Viele sagen, dass mit mehr Körpermasse die Tendenz zum Muskelaufbau viel besser ist. Ebenso heißt es, dass man unbedingt zuerst ganz viel Körpermasse draufpacken muss und erst diese dann in Muskeln verwandeln kann. Also erst Fett werden und dann ganz einfach Fett zu Muskeln machen?
Kann der Körper überhaupt Fett in Muskeln umwandeln?
Schauen wir uns doch mal Körperfett und Muskelgewebe genau an!

Was ist Körperfett?
Unserer Fett ist eine Form des Bindegewebes und besteht aus 100% Fettzellen. Wir besitzen verschiedene Arten von Körperfett. Das uns störende schimpft sich Depotfett und ist von außen sichtbar. Dieses Fett brauchen wir im „Notfall“ als sogenannte Energiereserve. Ergo können wir festhalten, dass dieses Fett auch nur bei ausreichend Energie aufgebaut werden kann. Die anderen Körperfette können wir nicht sehen oder haben eine „aktive“ Funktion/Aufgabe im Körper und sind für diesen Artikel nicht relevant. Wie bereits erwähnt sind Fettzellen mit 100% Fett gefüllt, welches unserer Körper aus dem Blut vorkommenden Fettsäuren herstellt. Dort finden also Umwandlungsprozesse statt, aber nur von einer Form des Fetts in die nächste. Mit anderen Worten bleibt Fett immer Fett. Den Umwandlungsprozess Fett direkt zu Muskeln kennt und kann der menschliche Körper leider nicht!

Was sind Muskeln?
Die äußerlich sichtbaren Muskeln werden auch Skelettmuskeln genannt. Diese bestehen aus Muskelfasern, welche wiederum aus Muskelfibrillen bestehen. Ohne Proteine können Muskeln nicht hergestellt werden, sie sind also essenziell. Diese Proteine müssen wir primär von außen zuführen. Das Fett spielt bei dem Thema Muskelaufbau nur sekundär eine Rolle. Fett kann lediglich Energie über Stoffwechselprozesse bereitstellen, aber ohne Protein kommen wir hier nicht weit. Die Hypothese, dass Muskeln von Depotfett hergestellt werden können ist entspricht nicht der Wahrheit.

Woher kommen denn diese Behauptungen?!
Wie kommt es nun zu diesem weit verbreiteten Irrglaube, dass man Fett einfach in Muskeln umwandeln könne?

Die meisten „neuen“ Sportler sind oft übergewichtig und haben gerade in den ersten Jahren stetige Leistungserfolge. In dieser Zeit bauen die Sportler Muskeln auf und zeitgleich verbrennt der Körper eine Menge Fett. Hier ist der Körper also in der Lage zeitgleich 2 verschiedene Prozesse am Laufen zu halten, wenn genügend Proteine vorhanden sind! So erwecken wir den Eindruck, dass unserer Fettgewebe direkt zu Muskeln verwandelt wird. Würden wir allerdings mit mehreren Jahren Trainingserfahrung und ebenfalls zu viel Körperfett durchstarten, dann ist der Effekt nicht mehr der gleiche.
Wir profitieren als Neuling vom „Schockeffekt“ der neuen Trainingsbelastung und dabei werden Fettreserven, durch die vermehrte Aktivität als Energie zur Verfügung gestellt. Desto länger man aktiv ist, umso mehr neigt der Körper dazu das „entweder oder“ Prinzip zu übernehmen. Also entweder Masse abbauen oder Masse aufbauen. Ob vermehrt Körperfett oder Muskelmasse aufgebaut/abgebaut wird hängt von der Trainingssituation wie auch der Ernährung ab.

Die Wahrheit:
Es ist leider nicht möglich Depotfett oder überhaupt Körperfett in Muskeln umzuwandeln. Wir können viele Sachen in unserem Körper. Unter anderem Kohlenhydrate zu Fett machen oder sogar Proteine zu Kohlenhydraten machen. Die Umwandlung von Depotfett in Muskulatur geht leider nicht… schön wäre es!

Wir müssen also den Umweg nehmen und zuerst das Depotfett dazu bringen als Energie im Körper bereitgestellt zu werden. Diese verbrennen wir im Anschluss durch Aktivität und versuchen in dieser Phase Muskeln mit Proteinen zu schützen. Ebenfalls brauchen wir die Proteine dann im Aufbau von Muskulatur.

Geschrieben von:

Julian Kausch

Julian Kausch


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